Gesetz regelt Qualität und Sicherheit im Güterkraft- und Personenverkehr

Das Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (kurz BKrFQG) ist ein EU-Gesetz, das für einen einheitlichen, verlässlichen Wissensstandard sorgen soll. Neben dem Erwerb einer Grundqualifikation wird eine regelmäßige Weiterbildung vorgeschrieben, die die vermittelten Fertigkeiten und Kenntnisse auf dem neuesten Stand zu halten soll.

Die neue Aus – und Weiterbildungsverordnung trägt damit den technischen und wirtschaftlichen Entwicklungen Rechnung. Es reicht heute nicht mehr seinen LKW (oder Bus) perfekt zu beherrschen. Immer schnellerer Fortschritt besonderes im technischen Bereich erfordert Kenntnisse in der Bedienung digitaler Fahrtenschreiber, Mautgeräten, GPS-Systemen und vieles mehr.

  • Gesetzliche Vorschriften bei Lenk- und Ruhezeiten, bei Transport von Gefahrgütern oder notwendige regelmäßige Fahrzeug-Untersuchungen machen den Beruf des Kraftfahrers, der Kraftfahrerin zu einem multifunktionalen Steuerungsposten.

Da ist die einmalige Ausbildung schnell überholt und die regelmäßige Nachschulung zwingend notwendig, wenn die Sicherheit auf der Straße erhalten bleiben soll.

In Zeiten allgemeiner Preissteigerungen entfällt ein großer Kostenanteil auf die Kraftstoffpreise. Hier bietet die neue Regelung einen Ansatzpunkt zum effektiven Sparen. Im Modul Eco-Training lernen die Schulungsteilnehmer/innen die Fahrzeugtechnik in Bezug auf wirtschaftliche Fahrweise sinnvoll einzusetzen. Durch vorausschauende Fahrweise werden nicht nur die Kosten gesenkt, auch das Material geschont und die Unfallhäufigkeit reduziert.

Dabei kann die Effizienz der theoretischen Schulung durch eine Ergänzung mit praktischem Fahren noch gesteigert werden. Wer sein Fahrzeug souverän beherrscht, gerät nicht so leicht in Stresssituationen, was wiederum Unfälle vermeiden hilft und den Fahrer gesund erhält.

In weiteren Schulungsmodulen geht es sowohl um Fahrzeug bezogene Themen wie

  • Ladungssicherung und
  • Fahrsicherheit, aber auch um
  • Personen bezogene Imagepflege. Inhalte sind hier Gesetzesvorschriften und die Gesunderhaltung des Fahrers.

Ziel des Gesetztes ist es, den Güterverkehr durch eine umfassender Weiterbildung der Fahrer/innen sicherer zu machen.

In einer Studie mit über 50 Fahrern einer Spedition konnten durch praktisches Eco-Training durchschnittlich 10% Kraftstoff eingespart werden. Bei einer Fahrleistung von ca. 150 000 km/Jahr/LKW und einem Kraftstoffverbrauch von ca. 36 l/100 km lassen sich so leicht bis zu 6000 € pro LKW im Jahr sparen.

Laut Gesetz ist der Nachweis der Weiterbildung bis spätestens 10.9.2014 (2013 für Klass D) vorgeschrieben, aber die Kraftstoffeinsparungen und der verringerte Materialverschleiß machen die Schulungen ohnehin lukrativ.

Hintergrundinfo

Das BKrFQG wurde im August 2006 verabschiedet und regelt die Aus- und Weiterbildung der Berufskraftfahrer/innen im Personen- und Güterverkehr über 3,5 Tonnen. Es trat am 10.9.2009 für Fahrer/innen, die eine Fahrerlaubnis der Klassen C1, C1E, C, CE benötigen (am 10.9.2008 für Fahrer/innen der Klassen D1, D1E, D oder DE – Busse) in Kraft.

Eine erste Weiterbildung ist nachzuweisen fünf Jahre nach dem Zeitpunkt des Erwerbs der Grundqualifikation oder der beschleunigten Grundqualifikation; also im Zeitraum zwischen dem 10. September 2009 und dem 10. September 2014 (zwischen 2008 und 2013 für Fahrzeugklassen D). Fahrer und Fahrerinnen deren Fahrerlaubnis vor dem 10. September 2009 erteilt worden ist (bzw. vor dem 10. September 2008 für Kl. D) müssen die abgeschlossene 35stündige Weiterbildung bei Verlängerung ihrer Fahrerlaubnis vorlegen, wenn die Verlängerung nach dem 10. September 2011 erforderlich wird. Nur wer zwischen dem 10. September 2009 und 9. September 2011 den Führerschein verlängern lassen muss, kann die Karenzzeit nutzen und ohne Weiterbildungsnachweis die Verlängerung (für 5 Jahre) beantragen.

Spätestens ab dem 10. September 2016 (2015 bei Kl. D) müssen aber alle Berufskraftfahrer/innen im gewerblichen Personen- und Güterverkehr die Weiterbildung nachweisen.

Die Weiterbildung ist im Abstand von jeweils fünf Jahren zu wiederholen. Sie kann in fünf Module á 7 Zeitstunden aufgeteilt werden. Die Weiterbildung wird durch Teilnahme am Unterricht in einer anerkannten Ausbildungsstätte durchgeführt und gilt für alle Fahrerlaubnisklassen, für die die Pflicht zur Weiterbildung besteht. Wechselt ein Fahrer oder eine Fahrerin zu einem anderen Unternehmen, so ist eine bereits erfolgte Weiterbildung anzurechnen.

Zuwiderhandlungen können mit Bußgelder bis zu 5000 Euro für Fahrer/innen und bis zu 20.000 Euro für Auftraggeber geahndet werden.